Crate Minds Lewisdene

Crate Minds: Triff Discogs-Verkäufer Lewisdene

Wer sind die Plattenhändler, die sich hinter den Discogs-Namen verbergen? Wir wollen es herausfinden und widmen uns in unserer Serie „Crate Minds“ jede Woche einem neuen Discogs-Verkäufer. Diese Woche erzählt uns „Lewisdene“ von seinem Weg von einem Piratensender in London zu den über 100.000 Platten, die er von seinem Zuhause in Houston, Texas, aus zum Verkauf anbietet.

Wie heißt Du und wer bist Du?
Lewis Dene; ich bin Inhaber, Crate Digger, HiFi-Fanat und koche außerdem gerne Tee.

Woher kommt Dein Nutzername, lewisdene?
Ich bin seit den späten 80ern im Musikgeschäft. In den drei Jahrzehnten habe ich vieles gemacht – ich war DJ, habe produziert und geremixt, beim Radio gearbeitet, für viele Zeitschriften geschrieben, habe mehrere Labels geführt, hunderte von Samplern zusammengestellt und in den letzten Jahren auch Platten verkauft. 1987 habe ich ein paar Sendungen für den Londoner Piratensender LWR gemacht. Weil das ganz nicht legal war, wollte ich meinen richtigen Namen (Dene Lewis) nicht verwenden. Ich war also besonders kreativ und habe ihn einfach umgedreht, bin zu Lewis Dene geworden. Irgendwie hat sich mein jugendliches Hirn gedacht, dass es auf diese Weise für die Behörden schwieriger werden würde, mir auf die Schliche zu kommen. Und ich war der Meinung, dass Lewis fürs Radio irgendwie cooler klingt!

Wann hast Du angefangen, Platten auf Discogs zu verkaufen?
2008, ich bin jetzt also offiziell ein Jahrzehnt dabei.

Was hat Dich dazu gebracht, Platten zu verkaufen?
Ich bin 2006 in die USA gezogen und das war das erste Mal, dass meine Sammlung sich nach 30 Jahren des Sammelns an einem einzigen Ort befunden hat. Ich war überrascht, wie viele Platten ich doppelt hatte; ursprünglich wollte ich also nur mehrfach vorhandene Platten loswerden. Dann hat sich herausgestellt, dass das ganze eine schöne zusätzliche Einnahmequelle ist… als dann in den folgenden Jahren die Musikindustrie immer mehr im digitalen Zeitalter ankam und bestimmte Einnahmequellen wegbrachen, blieben meine Vinylverkäufe stabil. Jetzt, zehn Jahre später, habe ich mehr zu tun denn je und ich hoffe, dass dieser Trend anhält.

Betreibst Du einen richtigen Plattenladen oder handelst Du nur online? Wo lebst Du?
Ich wohne in Houston, Texas. Einen richtigen Laden habe ich nicht, nur über 100.000 Platten zu Hause und dazu eine sehr verständnisvolle Frau!

Hast Du Dich spezialisert?
Die meisten meiner Platten sind 12″-Maxis, mein Schwerpunkt liegt dabei auf Soul, Funk, Hip-Hop, Disco und Boogie der 90er Jahre. In den letzten paar Jahren habe ich mich außerdem auf den Markt für Raritäten und schwer zu findende Maxis spezialisiert.

Discogs-Händler Lewisdene zu Hause zwischen seinen Plattenregalen

Deine Lieblingsplatte aus Deinem derzeitigen Angebot und warum?
Das wäre die Master Force – „Hey Girl / Don’t Fight The Feeling“ auf Rain Forest, eine extrem seltene Boogie-Aufnahme aus dem Jahr 1979 vom Produzenten/Sänger Greg Henderson (verantwortlich für „Dreamin“ – auch ein Lied auf meiner ewigen Bestenliste). Ich habe viele Jahre danach gesucht und – um dem ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen – die Hülle ist signiert.

Welcher Verkauf ist Dir am besten in Erinnerung geblieben?
Einer der lukrativsten Funde, die ich je gemacht habe, war Queen’s „News of the World“-LP als Press-Kit-Promo. Ich glaube, ich habe dafür in einem „Thrift Store“ in Houston 5$ bezahlt und sie am nächsten Tag für 450$ verkauft. Ich wünschte, alle meine Einkäufe wären so profitabel.

Wie sieht Deine eigene Plattensammlung aus?
Ich bin sehr wählerisch und behalte die Maxis, die mir wirklich am Herzen liegen – im Mittelpunkt steht US-Disco-Boogie der frühen 80er Jahre von Labels wie Prelude, Salsoul, West End, Becket, Emergency und Profile. Frühen Hip-Hop habe ich immer auf dem Dreher genauso wie klassische Soul- und Funk-Jams.

Dein persönlicher Heiliger Gral?
Eine meiner absoluten Lieblingssingles ist New Jersey Connections „Love Don’t Come Easy“ von 1981. Es gab davon eine mehrfarbige Pressung in sehr kleiner Auflage und obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die so gut klingt wie die reguläre, schwarze Version, würde ich sie gerne mal mit eigenen Augen sehen. Darüber hinaus… ich weiß nicht, ob sie existiert, aber eine Testpressung von Marvin Gayes „What’s Going On“-Album wäre auch was ziemlich besonderes!

Was ist das lustigste, das Dir beim Plattenverkaufen bisher passiert ist?
Ich muss immer schmunzeln, wenn ich eine Platte an den Künstler verkaufe, der sie aufgenommen hat! Das ist mir vor einer Weile mit einem Originalmitglied von Harold Melvin & The Blue Notes passiert, welcher verschiedene Exemplare seiner eigenen Aufnahmen gekauft hat.

Welchen wichtigen Rat würdest Du Käufern bei Discogs mit auf den Weg geben?
Schaut Euch die Versandkosten an, bevor Ihr auf „Kaufen“ klickt. Nicht alle Anbieter haben die gleichen Preise und internationale Versandkosten können hoch ausfallen. Macht Euch klar, wie hoch der Gesamtpreis sein wird, und vermeidet es, Bestellungen zu stornieren oder deswegen mit der Zahlung in Verzug zu geraten. Ach ja, und bezahlt immer den vollständigen verlangten Preis!

Und Verkäufern?
Schwierig hier nur eine Sache zu nennen. Am wichtigsten scheint mir die Regel: Seid genau bei der Bewertung des Zustands. Ich weiß, dass das objektiv ist, aber das VG+ des einen Verkäufers sollte nicht das NM des anderen oder das VG des wieder anderen sein. Wenn Ihr Zweifel habt (und der Bewertungs-Ratgeber von Discogs ist da sehr unmissverständlich), dann bewertet lieber niedriger als zu hoch. Es ist schöner, wenn der Käufer angenehm überrascht wird und Euch ein überschwängliches, positives Feedback hinterlässt als wenn er Euch um eine Rückerstattung oder einen Nachlass bittet oder Euch negativ bewertet, weil Ihr etwas besser dargestellt habt als es eigentlich ist. Wenn Ihr fair und ehrlich seid, kaufen die Leute wieder bei Euch ein; wenn Ihr es verbockt, dann steht zu Eurem Fehler und bietet eine Lösung an, um die Sache gerade zu biegen.

Die vollen Plattenregale und Plattenkisten von Discogs-Händler Lewisdene

Schauen Sie nach, ob lewisdene in seinem Discogs-Shop ein paar interessante Angebote für Sie hat.


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